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Gepostet by on Jul 30, 2018 in Erholen, Neu | Keine Kommentare

Wie einem das Wissen um den eigenen Zyklus als Mutter eines hyperaktiven Kindes mehr Ruhe gibt

Wie einem das Wissen um den eigenen Zyklus als Mutter eines hyperaktiven Kindes mehr Ruhe gibt

Ausruhen, Pause machen? Geht nicht. Nicht mit einem hyperaktiven, hypersensiblen Kind. Immer präsent sein, immer auf Stimmungen und Situationen zu reagieren, das ist anstrengend. Manchmal nervt es. Es macht müde. Manchmal gibt es auch einen tollen Schwung, und ein Moment oder Tag wird zum Abenteuer. Manchmal wachsen wir über unsere eigenen Grenzen hinaus, weil uns fast nichts anderes übrig bleibt, und staunen über uns selber oder unsere Kinder.

Aber was hat nun bitteschön mein Zyklus mit meinem Alltag zu tun? Mit meinem hyperaktivem Kind? Vielleicht nicht so viel mit deinem Kind wie mit dir selber.

Vielleicht ist dir schon aufgefallen, dass du an einigen Tagen eine dickere Haut hast als an anderen. Kommentare von anderen Leuten oder schlecht geschriebene Artikel, wie DEIN Kind denn nun sein sollte, lassen dich kalt, oder du kannst sogar darüber lachen. An einem anderen Tag kann dich die gleiche Aussage verletzten, treffen, tief traurig machen.

Elterngespräche fühlen sich manchmal gut an, du spürst den positiven Wille von allen Seiten, an einem anderen Tag findest du das ganze Schulsystem zum Kotzen und möchtest am liebsten mit Kind und Kegel in den kanadischen Busch abhauen.

Manchmal findest du Gespräche mit dem Kinderarzt oder Psychologen über Informationen zu Ritalin & Co. aufschlussreich, manchmal kann man dich damit zum Teufel jagen, bzw. du würdest am liebsten alle anderen dorthin schicken.

Vielleicht erdrückt es dich manchmal fast, weil du es allen recht machen willst. Deinem Kind, dem Mann, den anderen Kindern, der Schule. Und wo bleibst du selbst?

Und hast du das schon mal erlebt? Du regst dich göttlich über eine Situation auf, über dein Kind oder deinen Mann. Du kennst dich vielleicht gar nicht mehr. Wusstest gar nicht, dass du so fies sein kannst. Und ein paar Stunden später siehst du die ersten roten Tropfen Mensblut, und im Nachhinein gibt’s dann ein grosses AHA DARUM! (Glaub mir, ich hab das 20 Jahre lang so ‚gemacht‘, ich weiss wie’s geht…)

Kennst du deinen Zyklus? Weisst du, welcher Zyklustag heute ist?

Falls du nicht mehr, oder noch nicht wieder, oder unregelmässig blutest: weisst du, wie heute der Mond heute steht?

Frühling, Sommer, Herbst und Winter – mit den vier Jahreszeiten sind wir in unseren Breitengraden bestens vertraut. Wir freuen uns auf die ersten Blumen im Frühling und geniessen ausgiebig die warmen Sommerabende. Wir erquicken uns an dem Spaziergang durch den raschelnden Herbstwald und könnten doch stundenlang dem Schneeflockenspiel zuschauen im Winter. Wenn wir könnten. Geht ja nicht, da ist ja noch dieses intensive Kind, das uns so stark beansprucht, oder?

Es gibt noch viele andere Zyklen in unserem Leben, z.B. der Tageszyklus Morgen, Mittag, Abend, Nacht. Es ist immer wieder verblüffend für mich, wie Gefühle, welche ich an einem Abend habe, sich am nächsten Morgen wieder anders anfühlen. Sie werden oft leichter.

Dann der Lebensbogen, der längste Zyklus von allen: vom jungen Mädchen zur Frau/Mutter, von der wilde Frau zur weisen Frau. Von der Geburt bis zum Tod.

Mein Lieblingszyklus ist definitiv dieser: von Menstruation zu Menstruation – der weibliche Menstruationszyklus! Wir sind Spiegelbilder der Natur, denn wir tragen diese inneren vier Jahreszeiten in uns und durchlaufen-und leben sie Monat für Monat.

Unser Zyklus ist eine grosse Lehrerin, wenn es darum geht, sich auf Veränderung einzulassen. Wenn wir weg von der immer-alles-sofort, immer-alles-gleich Gesellschaft wollen, oder manchmal auch durch Umstände dazu gezwungen werden. Den eigenen Zyklus zu beobachten ist wie ein Kataysator, ein Crashcourse in Sachen ‚was tut mir gut? Was tut mir wann gut? Was tut mir wann absolut nicht gut‘?

Während der Menstruation sind wir sensibler, emotionaler und auch intuitiver. Mit diesem Wissen ist es ganz klar, weshalb uns dann die Welt, Kinder inklusive, manchmal zu viel wird. Die Menstruation gibt uns vor allem eine Message laut und deutlich: Pause. Pause. Und nochmals Pause. Runterfahren. Batterien wieder auftanken.

Ich verzichte während meiner Mondzeit auf TV und Radio. Nachrichten und Zeitungen können warten. Ich versuche, Termine und Abmachungen zu verschieben, welche nicht so wichtig sind. Und wenn ich trotzdem arbeiten muss, eine wichtige Sitzung habe oder einen Kurs unterrichte, dann schaue ich, dass ich dann besonders gut und warm esse, genügend trinke, bequemere Kleidung als sonst trage und mehr Zeit als üblich einplane für die Wege. Es sind die kleinen Gesten gegenüber uns selber, die es ausmachen, ob wir uns wohl(er) fühlen oder nicht.

Zyklisch leben ist ein ‚dich um dich selber kümmern‘. Es ist der Schlüssel zur Selbstliebe, es heisst dich selber lieben, hegen und pflegen. Und zwar genauso, wie es dir in der jeweiligen Zyklusphase gut tut.

Der Schlüssel, WIE wir unseren Zyklus mehr kennen lieben lernen liegt in jedem von uns selber. Kein Gynäkologe, kein Partner weiss mehr über den Körper und die Gefühle, als wir selber. Das ist gut so – denn so können wir auch selber bestimmen, was uns gut tut und wie wir damit umgehen wollen. Dein Zyklus gehört in deine eigenen Hände! Es gibt keine zwei gleichen Frauen, gleiche Lösungen für alle. Es ist ein Herausfinden, Ausprobieren, Anpassen, Ändern, und vor allem: ein sich ernst nehmen, sich selber treu bleiben und lieb haben.

Über die Autorin: Josianne von Quittenduft ist Zyklus-und Mondzeitforscherin und hat schon Hunderte von Frauen in ihren Kursen unterrichtet. Mit ihrem Bildhauermann und den drei Kindern wohnt sie auf dem Land im Kanton Bern, CH, und zieht am liebsten kreuz und quer durch die Wälder. Mit Leidenschaft, Weisheit und Humor kann sie stundenlang über ihr Lieblingsthema ‚Mondzeit‘ und das zyklische Leben sprechen. Wäre sie eine Indianerin, würde sie dem Stamm der glücklichen Präriehühner angehören. quittenduft.ch
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